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VALIO Hamburg erscheint im TK-Report zum Thema Jackfruit
Jackfrucht

Jackfrucht Bericht über VALIO Hamburg im TK-Report 03/21

VALIO Hamburg wird in einem 2-seitigen Bericht im Zusammenhang mit der Beteiligung am niederländischen Unternehmen MeetJack erwähnt: https://www.snfachpresse.com/lesen/issues/tk/2021/03/#p=31

„2021 wird das Jahr der Jackfrucht“

Das Hamburger Handelsunternehmen Valio beteiligt sich an Meet Jack, einem Hersteller von Jackfrucht-Produkten. Im Sommer sollen die ersten Fleischalternativen aus der „Wunderfrucht“ in den Supermärkten stehen.

Die Geschichte ist zu schön, wir müssen sie kurz erzählen: Im Oktober berichteten wir im TK-Report über das neue Jackfrucht-Sortiment von Valio und schlugen – augenzwinkernd – vor, das lange auf Fleisch und Fisch spezialisierte Unternehmen sollte jetzt sein Logo ändern: das dargestellte Trio aus Rind, Huhn und Fisch müsste um ein Fruchtsymbol ergänzt werden! Kurioserweise hatte Valio parallel die nahezu gleiche Idee. Und so schmücken neuerdings auch Kirschen das Firmenzeichen des Hamburger Unternehmens – stellvertretend für die Sortimentserweiterung im Bereich Obst, Gemüse und Vegan.

Explosionsartiger Anstieg der Nachfrage

Die Kirschen machen sich optisch prima im Valio-Logo, eine andere Frucht wäre allerdings naheliegender gewesen: die Jackfrucht. Seit etwa zwei Jahren handelt das Hamburger Traditionshaus Valio mit der asiatischen Baumfrucht – und verzeichnete zuletzt einen „explosionsartigen Anstieg der Nachfrage“. Der Boom hängt mit einer besonderen Qualität der Jackfrucht zusammen, sie eignet sich hervorragend als Rohstoff für Fleisch- oder Fischersatzprodukte – dem vielleicht größten Trend im Lebensmittelmarkt seit Jahren. Unter anderem setzt Frosta bei seinem veganen „Fisch vom Feld“ auf die Jackfrucht als wichtige Zutat.

Im Februar 2019 interessierten sich die ersten Unternehmen für die Jackfrucht, erinnert sich Valio-Geschäftsführer Oliver Winter. Und so begannen die Hamburger in ihrem eigenen Werk in Thailand das Produkt Jackfrucht zu entwickeln. Die Jackfrucht wird zwar auch reif geerntet und hauptsächlich in Konserven von Asien aus in die USA exportiert, viel spannender ist allerdings die unreife Baby-Jackfrucht. Deren Fruchtfleisch ähnelt in ihrer Struktur dem Fleisch von Huhn und Fisch. Zudem lässt es sich leicht verarbeiten und hat keinerlei Eigengeschmack – was es zu einem sehr vielseitigen Grundstoff für Industrie und Foodservice macht.

Wunderfrucht mit makellosem Image

Die Jackfrucht ist straight forward, sagt Mathieu Réhel, der Partner von Winter an der Spitze von Valio. „Man erntet die Frucht, schält, schneidet, blanchiert und friert sie ein – fertig! Weitere Verarbeitungsschritte sind erst einmal nicht erforderlich.“ So einfach das Basisprodukt ist, so vielseitig sind die Einsatzmöglichkeiten. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, meint Julian Martin, der bei Valio im Sommer 2020 eingetreten ist, um den Bereich Frucht zu entwickeln. Ob Burger, Gulasch, Nuggets, Bolognese, Gyros – alles geht. „Die Jackfrucht ist das Grundprodukt, aber wie man sie verarbeitet oder würzt, liegt völlig in der Hand des Produzenten. Jeder kann seine eigene Individualität einbringen, das macht den Reiz aus.“

Und auch das ist ein Kriterium: Die Jackfrucht hat ein makelloses Image. Kaum Fruchtzucker, kein Fett, keine Kohlenhydrate, gentechnisch seit Jahrhunderten unverändert: dafür aber voller Vitamine und Ballststoffe. Man benötigt für den Anbau keine Pestizide, keine Düngelmittel, es gibt kein Pilz- und kein Termitenbefall – und grätenfrei ist die Wunderfrucht auch, lacht Oliver Winter.

Das Interesse der Industrie und des Foodservice nahm dann von Messe zu Messe zu. Vor allem die Fisch- und Fleisch-Hersteller waren früh von den Qualitäten der Jackfrucht angetan. „Keiner von ihnen hat das Thema per se abgelehnt“, sagt Rehel, etwa die Hälfte sei direkt in die Versuchsküchen gegangen. „Das Feedback war wirklich sensationell.“

Auch international häuften sich die Anfragen, zum Beispiel aus England, Frankreich und Polen. Spätestens seit Valio dann mit Jackfrucht-Burgern und -Kroketten für die Trendshow der Internorga 2020 vorgesehen war, kam das Thema schwer ins Rollen. Zum Teil musste Valio die Jackfrucht-Muster an die Privatadressen der Produktentwickler schicken, weil die wegen Corona nicht ins Büro konnten, die Versuche mit der Frucht aber keinesfalls warten durften. „Spätestens da war klar: 2021 wird das Jahr der Jackfrucht“, sagt Mathieu Réhel.

Valio übernimmt den Meet Jack-Vertrieb

An dem wachsenden Markt will Valio nicht nur als Importeur der IQF-gefrosteten Rohware beteiligt sein. Mitte Januar übernahmen die Hamburger Anteile am niederländischen Unternehmen Meet Jack. Gemeinsam mit dem ebenfalls beteiligten holländischen Hersteller V&S Food will man den Markt für Jackfrucht-Produkte in Europa erobern, teilten die neuen Partner mit. Bereits in der Vergangenheit hatten Valio und Meet Jack bei der Produktion von Jackfrucht-Artikeln wie veganen Burgern, Kroketten und Gyros zusammengearbeitet. Den Vertrieb in Deutschland übernimmt jetzt Valio, ab Mitte 2021 sollen erste vegane Meet Jack-Produkte in den Supermärkten erhältlich sein. „Für Valio ist es ein wichtiger Schritt, da wir bisher hauptsächlich die Industrie und den Foodservice bedienen und mit Meet Jack jetzt auch eine direkte Brücke zu den Endverbraucher haben werden“, sagt Réhel.

„Valio wird weiterhin sicherstellen, dass Meet Jack nie die gefrorenen Jackfrüchte ausgehen. V&S wird ihre Magie einsetzen, um Meet Jacks Ideen in Fleischalternativen zu verwandeln. Und Meet Jack wird weiterhin die Herzen der Fleischliebhaber erobern, indem er Jackfruchtprodukte in die Regale der Geschäfte in ganz Europa bringt“, beschreibt Meet Jack die Aufgabenteilung. Bei Valio ist man mit der erweiterten Kooperation hochzufrieden – kein Wunder, 2021 wird schließlich das Jahr der Jackfrucht. kl